Gute Idee auch gut vermitteln

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Altstadtfreunde wollen Bürgerschaft stärker in die Denkmal-Rettung einbeziehen: Beifall für Baubürgermeisterin Ulrike Hotz bei der AFK-Mitgliederversammlung

Reutlingen – Die Altstadtfreunde Reutlingen freuen sich, dass den vielen Worten zur Sanierung der historischen Häuserzeile an der Oberamteistraße jetzt endlich Taten folgen. Vorsitzender Dr. Konrad Kern sicherte Baubürgermeisterin Ulrike Hotz die volle Unterstützung des Freundeskreises zu. Sein Stellvertreter Jürgen Robert Klein will dazu beitragen, „die gute Idee“ eines neuen gläsernen Eckhauses auch gut zu vermitteln. Die Erste Bürgermeisterin kündigte bei der AFK-Mitgliederversammlung die öffentliche Ausstellung eines Musterelements der Glasfassade an.

Ulrike Hotz rechnet mit einem Baubeschluss für das gläserne Haus an der Ecke von Spendhaus- und Oberamteistraße und die denkmalgerechte Sanierung der historischen Häuserzeile in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Gebäudeform und Baumasse des neuen Eckhauses würden der historisch belegten Größe des 1972 abgebrochenen steinernen Hauses entsprechen. Das neue gläserne Haus werde künftig die Stützfunktion übernehmen. Die Konzeption sieht für die Gebäude der Oberamteistraße 28-32 einen maximalen Substanzerhalt zur Darstellung der historischen Aussagekraft vor. Die Erschließung erfolgt einzig über den historisch gotischen Durchgang der Oberamteistraße 30, der wieder hergestellt wird. Er verknüpft die Oberamteistraße mit dem ehemaligen Klostergarten und stellt verlorengegangene städtebauliche Beziehungen wieder her. Eine Verbindung zum Heimatmuseum über den vorhandenen Tunnel wird geprüft.

Unter Beibehaltung der historischen internen Erschließung werden die Räume nach dem jeweils vorhandenen bauhistorischen Befund in verschiedene Zeitepochen versetzt. Daraus ergibt sich eine Darstellung des Lebens und Arbeitens vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die unterschiedlichen historischen Epochen werden in den jeweiligen Räumen thematisiert. Einzelbefunde werden aus den örtlichen und übergreifenden historischen Zusammenhängen heraus verständlich. Anlässe für bauliche Veränderungen erklären sich aus der Geschichte heraus. Die Gebäude werden zum Spiegel der Stadtgeschichte von der Zeit der Erbauung der Häuser bis in die Gegenwart, wobei der Neubau die heutige Zeit repräsentiert. Das konkrete Konzept der historischen Erstellung wird nach den Worten von Bürgermeisterin Hotz vom Gebäudemanagement gemeinsam mit den Architekten und unter Mitwirkung des Heimatmuseums erstellt.

Der Altstadtfreundeskreis will beim Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 im Museumsgarten auch ein Modell des gläsernen Hauses zeigen. Von 10.30 bis 16.30 Uhr will man unter dem Motto „Verbinden, was uns verbindet“ über die Konzeption einer beispielgebenden Sanierung mit einem ikonenhaften Neubau informieren. Das Konzept verkörpere die kulturelle Herkunft und mache diese sichtbar. Man erwarte davon eine nachhaltige Bereicherung der Kulturmeile. „Wir wollen aber auch auf die vielen anderen denkmalgeschützten Gebäude in der Altstadt hinweisen“, sind sich Vorsitzender Kern und sein Stellvertreter Klein einig. Es sei wichtig, die Bürgerschaft in die Denkmal-Rettung einzubeziehen. Der Altstadtfreundeskreis hoffe auf zahlreiche Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung. Dazu werde es künftig auch einen monatlichen Stammtisch geben.

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(Baubürgermeisterin Ulrike Hotz (rechts) erläutert Dr. Konrad Kern Vorsitzender des Vereins und Beisitzer Jürgen Knorrn Details des Entwurfes. Foto: Hans Bock)

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